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PVC-Recycler treffen PVC-Verarbeiter: Erstes regionales Treffen erfolgreich

Anfang vergangener Woche fand in Troisdorf das erste regionale Treffen der Veranstaltungsreihe „PVC-Recycler treffen PVC-Verarbeiter“ von AGPU und VinylPlus statt. Mit großem Erfolg: Rund 25 Experten nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort mit ihren Angeboten und ihrem Bedarf kurz vorzustellen. In persönlichen Gesprächen wurden im Anschluss Details erörtert und erste Vereinbarungen für eine mögliche Zusammenarbeit getroffen.

Gastgeber Dr. Jochen Zimmermann, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling (AgPR), bot den Teilnehmer zu Beginn der Veranstaltung einen kurzen Überblick über aktuelle Recycling-Themen. AGPU-Redakteur Michael Friedrichs stellte in seinem Kurzvortrag die Vorzüge des überarbeiteten PVC-Recycling-Finders vor. Am Schluss der Veranstaltung konnten sich die Teilnehmer noch selbst ein Bild vom Betrieb der Bodenbelagsrecycling-Anlage machen.

Die Veranstaltungsreihe „PVC-Recycler treffen PVC-Verarbeiter“ wird am 22. September in Stuttgart fortgesetzt. Das dritte und letzte regionale Treffen in diesem Jahr findet am 12. November bei VEKA UT in Hörselberg-Hainich statt.

Für beide Veranstaltungen liegen bereits Anmeldungen vor. Weitere Details erhalten Sie bei Frau Julia Gogos in der AGPU-Geschäftsstelle. Gerne nimmt Sie auch Ihre Anmeldung entgegen. Sollten Sie Kollegen und/oder Geschäftspartner kennen, für die diese Veranstaltungen ebenfalls von Interesse sind, dürfen Sie die Einladung nebst Kontaktdaten gerne weiterleiten.

PVC-Recycler treffen PVC-Verarbeiter: Termine für regionale Veranstaltungen stehen fest

Nach dem Auftakt auf der Fachtagung Abbruch im März, stehen nun auch die Termine für die regionalen Treffen der erfolgreichen Veranstaltungsreihe „PVC-Recycler treffen PVC-Verarbeiter“ von AGPU und VinylPlus fest. Die Treffen wurden seinerzeit ins Leben gerufen, weil nach der Consultic-Studie für AGPU und Vinyl2010 aus 2008, anders als bei den übrigen Kunststoffen, etwa 80 Prozent der PVC-Abfälle bei Gewerbebetrieben anfallen. Ziel ist daher zur Steigerung der PVC-Verwertung, PVC-Verarbeiter und Recycler zu vernetzen. Vor Ort stellen sich die Teilnehmer mit ihren Angeboten und ihrem Bedarf persönlich wie beim „Speed dating“ mit einem kurzen Statement vor. Im Fokus stehen das persönliche Gespräch und das Networking.

Die diesjährigen Veranstaltungen finden in Troisdorf (30. Juni), Stuttgart (22. September) und Behringen (12. November) statt und sprechen jeweils die PVC-Recycler bzw. –Verwerter der jeweiligen Region an. Die Einladungen werden in Kürze versandt.

VinylPlus gibt Recycling von fast einer halben Million Tonnen PVC bekannt und kündigt höheres Engagement beim Klimaschutz an

Mit 481.018 Tonnen recycelten PVC-Abfällen im Jahr 2014 nähert sich VinylPlus, das Programm für nachhaltige Entwicklung der europäischen PVC-Industrie, den Recycling-Zielen bis 2020 weiter an. Die Branche hat Anfang Mai beim Vinyl Sustainability Forum 2015 ihr starkes Engagement bekräftigt, die Beteiligung der europäischen PVC-Wertschöpfungskette an den Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren.

Unter dem Motto „Mehr Vinyl, weniger CO2“ trafen sich vergangene Woche über 100 Interessenvertreter aus Hochschulen, Regierungsbehörden, der UN, der Europäischen Kommission, dem Einzelhandel und aller Bereiche der PVC-Branche zum Forum im französischen Cannes. Bei den Diskussionen ging es vorrangig darum, wie die Branche zum Kampf gegen den Klimawandel beiträgt, wie die Energie- und Ressourceneffizienz verbessert werden kann und wie PVC-Produkte zur Reduzierung der CO2-Emissionen beitragen können.0

In seiner Begrüßungsrede an die Delegierten sagte der VinylPlus-Vorsitzende Michael Träger: „Die 2014 erzielten Fortschritte und erreichten Ziele von VinylPlus zeigen wieder einmal die Entschlossenheit unserer Branche, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und zeugen von der Effektivität unseres freiwilligen Ansatzes zu nachhaltiger Entwicklung. Wie geplant werden wir 2015 die angesetzte kritische Halbzeitüberprüfung unserer Ziele vornehmen und dabei unsere bisherigen Aktivitäten messen und bewerten, um unser Nachhaltigkeitsprogramm in den Kontext der sozioökonomischen und umweltbezogenen Entwicklungen zu setzen. Das heutige Forum gibt uns die Möglichkeit, unseren Überprüfungsprozess auch im Rahmen der globalen Nachhaltigkeitsagenda für 2015 zu beginnen.“

Christophe Yvetot von der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) fasste die UN-Nachhaltigkeitsagenda für 2015 einschließlich der Nachhaltigen Entwicklungsziele (2015-2030) sowie der UN-Klimakonferenz in Paris (COP21) zusammen und sagte: „Die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) für die Zeit nach 2015 und die Klimaschutzziele bieten der Branche neue Möglichkeiten, wie die Verteilung des Wohlstands und den Schutz der Umwelt. Als Mitglied der Green Industry Platform kann die PVC-Industrie durch ihre kontinuierlichen Bemühungen, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und neue grüne Produkte, Dienstleistungen und Arbeitsplätze zu entwickeln, die eine nachhaltigere Welt fördern und, aktiv zur globalen Nachhaltigkeitsagenda beitragen.“

Bei der Vorstellung des Fortschrittsberichts 2014 sagte VinylPlus-Geschäftsführerin Brigitte Dero: „Unser freiwilliges Engagement umfasst Themen, die mit dem Klimawandel eng verbunden sind, wie etwa Recycling, der Ressourcen- und Energieeffizienz und die Reduzierung der Treibhausgasemissionen in der gesamten Produktionskette sowie ein erhöhter Einsatz erneuerbarer Energien und Materialien.“

Im Jahr 2014 recycelte VinylPlus 481.018 Tonnen PVC-Abfälle und ist damit auf dem besten Weg, sein Ziel von 800.000 Tonnen pro Jahr bis Ende 2020 zu erreichen. Recovinyl (www.recovinyl.com), die Organisation, die 2003 gegründet wurde, um die Sammlung und das Recycling von PVC-Abfällen zu erleichtern, konnte mit 473.576 Tonnen die größte Menge registrieren und zertifizieren.

Dennoch könnten Unsicherheiten bei der Auslegung der relevanten EU-Bestimmungen (REACH[1], CLP[2] und die Richtlinie über gefährliche Abfälle) besonders in Verbindung mit recyceltem PVC, das in der Vergangenheit verwendete Zusatzstoffe enthält, die Recyclingaktivitäten sowie die Nachfrage nach Rezyklaten in Europa gefährden. Die europäische PVC-Industrie arbeitet eng mit den zuständigen Behörden zusammen, um dieses Problem anzugehen.

Auch bei den PVC-Additiven konnte 2014 ein wichtiger Fortschritt verzeichnet werden: Der Einsatz bleihaltiger Stabilisatoren ist in den 28 Mitgliedstaaten der EU im Vergleich zu 2007 um 86 % zurückgegangen, was ein großer Schritt in Richtung des Zieles ist, diese bis Ende 2015 gänzlich zu ersetzen. Des Weiteren hat VinylPlus‘ Arbeitsgruppe zum Thema Zusatzstoffe eine neue Methode entwickelt, den Einsatz dieser Substanzen als Zusatzstoffe in PVC-Produkten zu bewerten. Dabei wird auch die aktuelle Umweltproduktdeklaration (EPD) mit den Nachhaltigkeitskriterien des TNS[3] berücksichtigt. Im Anschluss wurde der neue „EPDplus“ Ansatz zusammen mit externen Interessenvertretern geprüft und diskutiert. Die Fertigstellung des ersten EPDplus für Abwasserrohre wurde beim Vinyl Sustainability Forum 2015 bekanntgegeben.

Ein weiteres bedeutendes Ergebnis im Bereich Klimaschutz ist der Rückgang des Energieverbrauchs der ECVM[4]-Mitgliedsunternehmen 2012–2013 bei der Herstellung einer Tonne PVC um durchschnittlich 10,2 % im Vergleich zu 2007–2008. Hier befindet man sich ebenso auf einem guten Weg, die angestrebte Reduzierung um 20 % bis 2020 zu erreichen.

„UNEP begrüßt jegliche Brancheninitiativen wie VinylPlus, die sich der Herausforderungen bewusst sind, Ziele setzen, Interessenvertreter miteinbeziehen und Fortschritte aufzeigen. Im Jahr 2015 wird die Nachhaltigkeitsagenda bis 2030 und darüber hinaus festgelegt. Egal, wie Sie reagieren, die Trends, die den Planeten antreiben, sind auch die treibenden Trends des Marktes. Der Privatsektor kann dies als eine Reihe weiterer Verordnungen, Beschränkungen und bürokratischen Aufwands wahrnehmen oder als eine historische unmittelbare Gelegenheit, innovativ zu werden, neue Märkte zu erschließen und mit Kunden und Interessenvertretern eine neue Ebene der Partnerschaft zu betreten, um die Gesellschaft dabei zu unterstützen, die Herausforderungen, die der Wandel mit sich bringt, zu meistern. UNEP ist bereit, mit diesen Visionären zusammenzuarbeiten“, so Arab Hoballah, Leiter des Bereichs Sustainable Lifestyles, Cities and Industry des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP).

VinylPlus announces nearly half million tonnes of PVC recycled and a stronger commitment to contribute to climate mitigation

With 481,018 tonnes of PVC waste recycled in 2014, VinylPlus, the sustainable development programme of the European PVC industry, is steadily progressing toward its 2020 recycling targets. The industry confirmed today at the Vinyl Sustainability Forum 2015 its strong commitment to reduce the European PVC value chain contribution to GHG emissions.

With the theme ‘More Vinyl, Less Carbon’, the 2015 Forum gathered today in Cannes, France, more than 100 stakeholders from academia, government bodies, the UN, the European Commission, retailers and all sectors of the PVC industry. Discussion focused on how the industry is helping combat climate change, improving energy and resource efficiency; and how PVC products can contribute in reducing CO2 emissions.

Welcoming delegates, VinylPlus Chairman Michael Träger said: “Once again VinylPlus’ progress and achievements in 2014 confirm our industry determination to reduce its environmental footprint and the effectiveness of our voluntary approach to sustainable development. As foreseen, in 2015 we will undertake the mid-term critical review of our targets, measuring and evaluating our initiatives up to now, to place our sustainability programme in the context of ongoing socio-economic and environmental developments. Today’s Forum gives us the opportunity to start our review process also in the framework of the global sustainability agenda for 2015.”

Outlining the UN sustainability agenda for 2015, including the Sustainable Development Goals (2015- 2030) and the Paris Climate Summit (COP21), Christophe Yvetot, from the United Nations Industrial Development Organization (UNIDO), said “The post-2015 Sustainable Development Goals (SDGs) and climate commitments will offer a new narrative for industry: sharing prosperity and respecting the environment. As a member of the Green Industry Platform, the Vinyl Industry can actively contribute to the global sustainability agenda through its continuous efforts to reduce its environmental and climate footprint and to develop new green products, services and jobs that will support a more sustainable world.”

“Our Voluntary Commitment – said VinylPlus General Manager Brigitte Dero, presenting VinylPlus 2014 results – already encompasses themes linked to climate change, such as recycling and therefore resource saving; energy efficiency and GHG emissions reduction along the entire production chain; and increasing use of renewable energy and materials.”

In 2014, VinylPlus recycled 481,018 tonnes of PVC waste, on track to achieve its target of 800.000 tonnes/year by the end of 2020. The largest volumes, 473,576 tonnes, were registered and certified by Recovinyl (www.recovinyl.com), the organisation set up in 2003 to facilitate PVC waste collection and recycling.

Nevertheless, uncertainties in the interpretation of relevant EU regulations (REACH1 , CLP2 and Hazardous Waste), particularly in relation to recycled PVC containing legacy additives, might jeopardise recycling activities and demand for recyclates in Europe. The European PVC industry is working in strict cooperation with the competent authorities to address this issue.

Important progress was also registered on the PVC additives side in 2014: the use of lead-based stabilisers decreased by 86% in the EU-28 compared to 2007, progressing towards the target of completing their substitution by the end of 2015. Furthermore, the VinylPlus Additives Task Force developed a new methodology to evaluate the use of substances utilised as additives in PVC products. This integrates the current standard Environmental Product Declarations (EPDs) with TNS3 criteria for sustainability. The new ‘EPDplus’ approach was then reviewed and discussed with external stakeholders. The finalisation of the first EPDplus for sewage pipes was announced today at the Vinyl Sustainability Forum 2015.

Another important result in relation to climate change mitigation is represented by an average 10.2% decrease in the energy used by ECVM4 member companies in 2012-2013 to produce one tonne of PVC compared to the 2007-2008 baseline, which is well in line with the target of a 20% reduction by 2020.

Commenting the works of the Forum, Arab Hoballah, Chief Sustainable Lifestyles, Cities and Industry of the United Nations Environment Programme (UNEP) said “UNEP welcomes all Sector initiatives such as VinylPlus, which recognize the challenges, set targets, engage stakeholders and demonstrate progress. 2015 will set the sustainability agenda through 2030 and beyond. No matter how you react, the trends that are driving the planet are driving the market. The private sector can see this as a new set of regulations, restrictions and red tape, or as a historic, immediate opportunity to innovate, grow new markets, and build new relationships with customers and other stakeholders to help society meet the challenge of change. UNEP stands ready to work with those visionaries.”

www.vinylplus.eu

„PVC-Recycler treffen PVC-Verarbeiter“: Auftakt bei der Abbruchtagung

Die erfolgreiche Veranstaltungsreihe „PVC-Recycler treffen PVC-Verarbeiter“ von AGPU und VinylPlus wird in diesem Jahr fortgesetzt. Neben drei regionalen Veranstaltungen, die für das zweite Halbjahr geplant sind, beteiligen sich AGPU und VinylPlus auch an dem Ausstellungsstand „Aktion PVC-Recycling“ auf der Fachtagung Abbruch 2015, welche in der vergangenen Woche in Berlin stattfand.

Mit über 700 Teilnehmern und 80 Ausstellern hat sich die Veranstaltung zu Europas größter Fachtagung im Bereich Abbruch und Rückbau entwickelt. Das Publikum besteht aus Abbruchunternehmen, Ingenieursbüros, Behördenvertretern aus allen Ebenen sowie Baufirmen. Das Themenspektrum reicht von Abbruch über Technik und Arbeitsschutz bis hin zu Schadstoffsanierung und Recycling.

www.fachtagung-abbruch.de

VinylPlus: PVC-Nachhaltigkeitsforum 2015

Am 30. April findet in Cannes/Frankreich das nächste Vinyl Sustainability Forum statt. Im Rahmen der Veranstaltung wird VinylPlus auch seinen aktuellen Progress Report vorstellen. Die vollständige Agenda der Ein-Tages-Veranstaltung kann auf der Webseite von VinylPlus heruntergeladen werden. Die Teilnehmergebühr beträgt 350 Euro. Neben zahlreichen AGPU-Mitgliedern (die auch Mitglied bei VinylPlus sind) wird auch AGPU-Geschäftsführer Thomas Hülsmann vor Ort sein.

www.vinylplus.eu/community/vinyl-sustainability-forum/vsf15

Neue Recycling-Broschüre von VinylPlus: „Den PVC-Kreislauf schließen“

Nachdem VinylPlus Ende Februar mit „Closing the loop with PVC“ eine englischsprachige Broschüre zum Thema PVC-Recycling veröffentlicht hat, steht mit „Den PVC-Kreislauf schließen“ nun auch die deutsche Fassung zur Verfügung – sowohl in elektronischer Form im PDF-Format als auch in einer gedruckten Fassung.

Die Übersetzung der Broschüre hat die AGPU im Auftrag von VinylPlus übernommen. Das Besondere: Neben einem kurzen Vorwort über die Aufgaben und Zielsetzung von VinylPlus gibt es insgesamt elf detaillierte Fallstudien wie beispielsweise zum nachhaltigen Einsatz von PVC bei den Olympischen Spielen 2012 in London.

Die Broschüre kann digital auf der Webseite von VinylPlus heruntergeladen werden. Gedruckte Exemplare können bei der AGPU-Geschäftsstelle bestellt werden.

Neue VDI-Kurzanalyse gibt Überblick über PVC-Recycling im Baubereich

Der Bausektor zählt weltweit zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftssektoren. Für den Bau von Gebäuden und Infrastrukturen werden jede Menge Rohstoffe benötigt. „Recycling ist ein wichtiger Schritt, um die Ressourcenentnahme und die damit verbundenen Umweltfolgen nachhaltig zu reduzieren. Besonders im rohstoffarmen Deutschland findet sich in Bauabfällen ein enormes Potenzial an hochwertigen Rohstoffen, die schon heute kostengünstig zurückgewonnen und so veredelt werden können, dass sie hinsichtlich der Qualität mit dem Ausgangsmaterial vergleichbar sind“, heißt es in einer jetzt veröffentlichen Kurzanalyse des VDI. Auf 55 Seiten geben die Autoren einen umfangreichen Überblick über die verschiedenen Recyclingmöglichkeiten, unter anderem auch von PVC (Kapitel 3.9) – am Beispiel von PVC-Fensterprofilen, PVC-Bodenbeläge oder PVC-Folien. Neben der AGPU werden hier auch VinylPlus, Rewindo und die AgPR als Referenzen benannt.

Download der VDI-Kurzanalyse

VinylPlus registriert in 2013 über 444.000 Tonnen Recycling-PVC

VinylPlus, das Nachhaltigkeitsprogramm der Europäischen PVC-Industrie, verzeichnet mit 444.468 Tonnen registriertem PVC-Recycling im Jahr 2013 erneut ein Rekordergebnis und ist damit auf einem guten Weg, in 2020 das geplante Ziel von 800.000 Tonnen pro Jahr zu erreichen. Die Zahlen wurden im Mai im Rahmen des Nachhaltigkeitsforums in Rom vorgestellt und finden sich auch im aktuellen VinylPlus Fortschrittsbericht 2014, der nun auch in der Zusammenfassung in einer deutschen Übersetzung vorliegt und auf der Webseite von VinylPlus heruntergeladen werden kann.

EU-Verordnungen mit Auswirkungen auf früher verwendete Zusatzstoffe haben das Potential, die Menge an recyclingfähigem PVC zu beeinträchtigen und stellen eine entscheidende Herausforderung dar. Diese betreffen nicht nur das Recycling von PVC, sondern auch das Recycling von anderen Materialien. VinylPlus hat einen enormen Aufwand betrieben, dieses Problem den entsprechenden Behörden darzustellen. Laut Fortschrittsbericht wurden im Zeitraum 2007 bis 2013 die Verwendung von Blei-Stabilisatoren in der EU-27 um 81.372 Tonnen reduziert, was einem Rückgang von 81,4 Prozent entspricht.

Ein wichtiger Punkt des VinylPlus-Programms ist es, das Bewusstsein für Nachhaltiges Wirtschaften zu fördern. So wurden 2013 eine ganze Reihe von Kommunikationsprojekten unterstützt. VinylPlus nahm in 2013 an hochrangigen Veranstaltungen wie Konferenzen und Messen teil, um das Programm und den Stand der erreichten Ziele der Selbstverpflichtung vorzustellen. Im November wurde VinylPlus Mitglied der Green Industry Platform (GIP), einer gemeinsamen Initiative der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) und des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP).

http://www.vinylplus.eu/mediaroom/113/52/VinylPlus-raises-the-bar-by-registering-over-440-000-tonnes-of-recycled-PVC-in-Europe-in-2013

Europa-Rekord: Recycling für 2.500 alte Kunststofffenster

Rewindo/EPPA (16. April 2014). In Norderstedt, kurz hinter der Stadtgrenze von Hamburg, fiel der Startschuss für die energetische Sanierung des Quartiers Waldstraße mit 368 Wohnungen. Das Konzept des Bauherren, die Adlershorst Baugenossenschaft eG, Norderstedt, sieht u.a. die Wärmedämmung der Gebäudehülle vor. Dabei werden bis 2015 an insgesamt sieben Wohnblocks 2.500 alte PVC-Fenster gegen neue Energiesparfenster aus Kunststoff ausgetauscht und anschließend einer werkstofflichen Wiederverwertung als Recyclingfenster zugeführt. „Es handelt sich um die bisher größte Recyclingmenge an Fenstern europaweit für ein einzelnes Sanierungsprojekt im Bereich Wohnungsbau“, erklärte Michael Vetter, Geschäftsführer der Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH, Bonn, anlässlich eines Baustellentermins.

Bauherr und Fensterbauer zeigen Umweltverantwortung
Adlershorst plant für die Gebäudekomplexe neben Dämmung und Fenstertausch sowie einer Erneuerung der Balkone und des gesamten Wohnumfeldes weitere energetische Maßnahmen wie z. B. die Umstellung auf klimaneutrale Fernwärmeversorgung. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Die für die Häuser benötigte Jahresprimärenergie wird durch die Sanierung von 300 kWh/m2 auf 75 kWh/m2 abgesenkt und somit um 75 Prozent niedriger sein. Zugleich reduziert sich die jährliche CO2-Emission um 97 (!) Prozent von 57 kg/m2 auf nur noch 1,5 kg/m2, wie das Unternehmen mitteilt und wie ein Zertifikat der Stadtwerke Norderstedt ausweist. Zusätzliche Verantwortung für die Umwelt zeigt der Bauherr durch das werkstoffliche Recycling der PVC-Altfenster in einem geschlossenen Materialkreislauf. Der Anstoß hierfür kam durch das ausführende Fensterbauunternehmen Fahland Bautechnik GmbH aus Hamburg, das die Methode selbst erstmals einsetzte. Vetter: „Energetische Sanierung und Recycling passen gut zusammen. Denn hier geht es um Ressourceneffizienz, Energieeinsparung und Nachhaltigkeit.“

Gute Lösung gefunden
Viel Arbeit wartet nun auf das Fensterbauteam. In mehreren Bauabschnitten werden die alten Kunststofffenster, die noch fest montierte Holz-Zargen besaßen, ausgebaut und durch neue hochwärmedämmende PVC-Fensterkonstruktionen ersetzt. „Die Zargen bestehen nun ebenfalls aus Kunststoff, was eine Sonderanfertigung der Fensterleibungen extra für dieses Projekt erforderlich machte“, so Firmenchef Andreas Fahland. Man habe hier am Ende eine gute Lösung gefunden. Für das Recycling werden die Holzteile von den alten Kunststoffrahmen entfernt und als Sonderabfall entsorgt. Die PVC-Altfenster werden in speziellen Containern gesammelt und dann vom Rewindo-Recyclingpartner VEKA Umwelttechnik GmbH aus Hörselberg-Hainich bei Eisenach in regelmäßigen Abständen an der Baustelle abgeholt.

Altes PVC „lebt noch mehrere 100 Jahre
In der Recyclinganlage des Unternehmens werden die alten Norderstedter Fenster in einem technisch hoch entwickelten Prozess zu fast sortenreinem PVC-Granulat verarbeitet. Die Altfenster werden zunächst geshreddert und auf handliche Formate verkleinert. Dann erfolgt die sortenreine Trennung von Metall, Gummi und Glasresten. Der verbleibende Kunststoff wird erhitzt und durch einen Schmelzefilter gepresst, um letzte Fremdpartikel aus dem Material zu entfernen. Am Ende wird das nahezu 100-prozentig reine PVC-Regranulat an die Hersteller von Kunststofffenster-Profilen geliefert und dient dort als Ausgangsmaterial für die Produktion von Recyclingprofilen. Sie bestehen aus einem Kern mit Recyclingmaterial und einer Ummantelung mit Neu-PVC. Dieser Prozess lässt sich, wie Experimente belegen, mindestens sieben Mal wiederholen. Bei einem Gebrauchszyklus zwischen 30 und 50 Jahren „lebt“ das Material demnach noch mehrere 100 Jahre.

Sprunghafter Anstieg der Recyclingmengen erwartet
Energetische Sanierungen sorgen seit einigen Jahren für eine ständige Erhöhung der Recyclingmengen bei PVC-Altfenstern. Im Jahr 2013 wurden fast 22.500 Tonnen hochwertiges Granulat aus recycelten Fenstern, Türen und Rollladen gewonnen. Das entspricht in etwa einer Menge von 1,2 Millionen Fenstereinheiten. Die Modernisierungen – und damit auch die Altfenster-Recyclingmengen – werden sprunghaft weiter ansteigen, wenn die EU-Staaten Ernst machen mit der 2010 verabschiedeten EU-Gebäuderichtlinie, wonach allein bis 2030 etwa 50 Prozent aller Gebäude Passivhausstandard erreichen sollen.

Vermehrt werkstoffliches Fensterrecycling in Europa
Mittlerweile setzen daher auch andere Länder auf das werkstoffliche Fensterrecycling. Die europäische PVC-Industrie hat sich in ihrem freiwilligen Aktionsprogramm VinylPlus zu konkreten Recyclingzielen für PVC verpflichtet. Der Bereich Altfenster-, türen und Rollladen, die einen wichtigen Teil der Gesamtmenge ausmachen, werden unter dem Dach der European PVC Window Profile and related Building Products Association (EPPA ivzw) koordiniert. „Inzwischen gibt es verstärkte Recyclingaktivitäten auch in Österreich, Polen, Frankreich und England. In Belgien hat der Kunststoffprofilhersteller Deceuninck NV im Jahr 2012 eine nagelneue Anlage für das Altfensterrecycling errichtet. Sie zählt wie auch die Reststofftechnik GmbH in Österreich seit letztem Jahr zu den ausländischen Recyclingpartnern der Rewindo“, berichtete EPPA-Geschäftsführer Gerald Feigenbutz. Recycling-Großprojekte wie das in Norderstedt hätten eindeutig „eine positive Signalwirkung“ für das gesamte werkstoffliche Altfensterrecycling in Europa.

Die gemeinsame Pressemeldung von Rewindo und EPPA finden Sie hier im PDF-Format zum Download.