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VinylPlus® PharmPack Projekt gestartet

Kreislaufwirtschaft für Pharma-Blister aus PVC ausbauen.

VinylPlus®, das Nachhaltigkeitsprogramm der europäischen PVC-Branche, gibt heute den Start von VinylPlus® PharmPack bekannt. Das Gemeinschaftsprojekt mit PVCFolienherstellern und Recyclern hat sich zum Ziel gesetzt, das Recycling von PVC-Pharma-Blisterverpackungen entlang der Wertschöpfungskette von der Herstellung der Pharma-Folien über die Verpackung der Medikamente bis zur Sammlung und Verwertung gebrauchter Verpackungen weiter auszubauen. VinylPlus® PharmPack arbeitet hierbei eng mit weiteren, bereits etablierten, Recycling-Projekten im Healthcare-Bereich zusammen. Dazu gehört unter anderem VinylPlus® Med, das die Verwertung von gebrauchten Einweg-Medizinprodukten aus PVC in ausgewählten Krankenhäusern organisiert und so die Betriebskosten dieser Gesundheitseinrichtungen reduziert, bei gleichzeitiger Steigerung deren Nachhaltigkeit.

Moderne PVC-Produkte kommen im Gesundheitssektor seit vielen Jahren zum Einsatz und sind dort wegen ihren hervorragenden und individuell anpassbaren Produkteigenschaften unverzichtbar geworden. Mit rund 30 Prozent ist PVC der am häufigsten verwendete Kunststoff in diesem sensiblen Anwendungsbereich. Weniger Beachtung finden in diesem Segment Medikamentenblister. Diese sind meist aus PVC-Verbundfolien mit Aluminiumfolien gefertigt, bieten ein hohes Maß an Sicherheit und schützen aufgrund ihrer sehr guten Barriereeigenschaften den Inhalt zuverlässig vor Umwelteinflüssen. Zudem ermöglichen sie die Einzelentnahme von Tabletten und gewährleisten so unter anderem die Haltbarkeit der verbleibenden Medikamente in der Verpackung. Auch hier ist PVC erste Wahl und Marktführerprodukt.

Sammlung und Recycling

Bereits bei der Produktion von Pharma-Blistern werden Abfälle wie Stanzgitter und aussortierte Leerverpackungen gesammelt und bei einem Recycling-Partner werkstofflich recycelt. Sowohl das PVC-Rezyklat als auch das Aluminium werden anschließend wieder in den Materialkreislauf zurückgeführt und zur Herstellung von neuen Produkten verwendet.

Das VinylPlus® PharmPack Projekt wird nun neben dem etablierten Recycling von Pre-Consumer-Abfällen zusätzlich Post-Consumer-Abfälle über konkrete Projekte einbeziehen. Nach Nutzung der PVC-Pharmablister werden durch das Recycling die Sekundärrohstoffe in die jeweiligen Materialkreisläufe zurückgeführt. Damit wird ein weiterer wichtiger Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zur nachhaltigen Entwicklung innerhalb dieser Wertschöpfungskette geleistet.

Im Rahmen des Projektes werden außerdem andere Recyclingtechnologien untersucht, um weitere Möglichkeiten zur Rückgewinnung der Rohstoffe zu bewerten.

Nachhaltige Entwicklung und Kreislaufwirtschaft

VinylPlus® PharmPack ist ein weiteres Projekt im Nachhaltigkeitsprogramm der europäischen PVCBranche. Seit über 20 Jahren macht die Branche durch VinylPlus® stetige Fortschritte bei der Produktverantwortung, bei der Erforschung innovativer Technologien und bei der Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks von PVC. Fortschritte beim Recycling wurden vor allem durch den Aufbau von Erfassungs- und Verwertungssystemen erzielt, die es vorher noch nicht gab.

Die europäische PVC-Industrie hat seit dem Jahr 2000 mehr als 6,5 Millionen Tonnen recyceltes PVC zu neuen Produkten verarbeitet und dadurch rund 13 Millionen Tonnen CO2-Emmissionen eingespart. Die Branche hat seitdem etwa 110 Millionen Euro in die nachhaltige Entwicklung inklusive Recycling-Aktivitäten investiert und in diesem Bereich viele Arbeitsplätze geschaffen. Bis zum Jahr 2025 will VinylPlus® im Einklang mit den Zielen der Circular Plastics Alliance jährlich 900.000 Tonnen PVC und bis zum Jahr 2030 jährlich eine Million Tonnen PVC recyclen.

Partner des VinylPlus® PharmPack Projekts sind die Pharma-Folienhersteller Liveo Research (Bötzingen) und Perlen Packaging (Müllheim (DE) & Perlen (CH)). Recyclingpartner sind die Unternehmen Neidhardt Rohstoff (Memmingen) und Hundhausen Kunststofftechnik (Achim). Koordiniert wird das Projekt von VinylPlus Deutschland (Bonn). Diese Initiative leistet einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit innerhalb der Wertschöpfungskette und schont darüber hinaus kostbare Ressourcen – ganz im Sinne des von der EU-Kommission im Rahmen des Green Deal verabschiedeten „Circular Economy Action Plan“.